Den Flug zu meiner Zwischenstation Tokio hatte ich bei der Japanischen Gesellschaft All Nippon Airways gebucht, einer von zwei großen Fluggesellschaften des Landes. Gegen 18 Uhr war ich am Flughafen um meine beiden einige Kilos zu schweren Taschen aufzugeben, eingecheckt hatte ich online schon am Vorabend. Nach Japan sind in der Business Class nur 30 Kilogramm erlaubt, ich hatte zwei Reisetaschen dabei, beide zwei oder drei Kilogramm darüber. Zum Glück störte das bei ANA niemanden und ich musste nichts in mein tonnenschweres Handgepäck umpacken.
Der Flieger, eine 5 Jahre alte Boeing 777, verließ München wie bei einer japanischen Gesellschaft erwartet auf die Minute pünktlich. Mein Platz 3K am Fenster in der ersten Reihe der Business Class war absolut empfehlenswert, denn es gab zusätzlichen Raum für die Beine, weil sich davor keine Sitze sondern eine Wand befanden. Das Essen habe ich fotografiert, es gab vier Gänge nach mehr oder weniger freier Wahl. Es begann mit irgendwelchen japanischen Rollen undefinierbaren Ursprungs oder Inhalts. Kein Fleisch, kein Fisch, keine Ahnung. Danach dann drei vermeintliche Köstlichkeiten, eine mit sauer eingelegtem Fisch, der an den klassischen deutschen Brathering aus dem Glas erinnerte, dann wieder runde Klöpse aus weiß der Kuckuck was und dann geräucherte Schweinescheiben, die gut rochen, die ich aber als nicht-Schwein-Esser liegen ließ.
Dritter Gang dann ein ziemlich gutes Filetsteak vom Rind mit einer delikaten, aber matschigen Senfkruste, dazu gab es Mini-Kartoffeln und interessanterweise saure Silberzwiebeln, wie man sie zum Fondue oder Raclette isst. Die habe ich seit Ewigkeiten nicht gegessen. Zum Nachtisch servierte man zwei Kugeln ziemlich leckeres Eis. Ich schaute mir einen japanischen Spielfilm über eine japanische Forschungsstation in der Antarktis an, in der ein junger Koch aus einfachen Zutaten die tollsten Gerichte zauberte, und stellte den Sitz anschließend in die – fast – waagerechte Schlafposition. Ich denke mal, so etwa sechs Stunden habe ich gepennt, es war durchaus gemütlich. Zum Frühstück bestellte ich dann nur etwas Obst und einen grünen Tee. Der Tee war gut, das Obst machte naturgemäß nicht mehr den frischesten Eindruck. Vermutlich kauft ANA die Früchte bei Tengelmann ein. Aber bevor ich jetzt hier zu viel Meckere über das Essen: Es war schon alles akzeptabel, und der Service bei ANA ist toll. Die Damen haben sich förmlich überschlagen und waren extrem freundlich, ohne dass das jetzt gekünstelt wirkte. Die Bordtoilette war übrigens doppelt so groß wie gewohnt, man hatte richtig viel Platz, und es gab gratis Zahnbürsten und Zahnpasta. Am Platz dann so praktische Hotelschlappen, die man mitnehmen darf, was ich sicher auch tun werde. Die Dinger kann man immer brauchen.
Noch zwei Stunden bis Tokio, wir befinden uns im Moment noch immer über den letzten sibirischen Gebirgsausläufern. Schon irre, wie groß dieses Sibirien ist, da fliegt man stundenlang drüber. Straßen sieht man auch ein paar, aber hauptsächlich sind es Berge, Berge, Berge. Gerade kommt eine Durchsage: Wir werden pünktlich in Tokio landen. So sind sie, die Japaner. Sehr effektiv. Die Einreise- und Zollformulare habe ich bereits ausgefüllt. Sie ähneln denen, die man aus den USA kennt, nur, dass man sich in Japan nicht für Geisteskrankheiten und die Ex-Mitgliedschaft in der NSDAP interessiert. So, und nun packe ich das Notebook wieder ein. In ein paar Stunden sollte ich im Hotel sein, dann kann ich den Senf auf die Seite stellen, wenn alles klappt und das Internet funktioniert. Ich wohne übrigens im Hotel „B Ikebukuro“ im gleichnamigen Stadtteil. Vom Flughafen geht’s mit dem Schnellzug „Narita Express“ dorthin. Er hält am Bahnhof von Ikebukuro, dann sind es etwa 300 Meter zu laufen, was angesichts des Gewichts meiner Taschen durchaus nicht zu nah ist. Die „Laufstrecke“ habe ich mir letzte Woche bei Google Street View angesehen. Schon sehr praktisch das ganze. Keine Ahnung, ob man in Japan auch derart hysterisch ist was Street View betrifft. Zumindest habe ich bei meinen – wenigen – virtuellen Spaziergängen keine „verschwommenen“ Häuser gesehen. Gelandet. Die Einreisekontrolle glich der in den USA: nettes Foto, Fingerabdrücke vom linken und rechten Zeigefinger. Die Schalterbeamtin war allerdings derart freundlich, dass man sich als Deutscher schon wundern muss, wie das möglich ist. Danach ging es runter (oder war es hoch???) zum Gepäckband. Beide Taschen kamen gleich am Anfang und sahen zumindest äußerlich unversehrt aus. Der Zöllner stellte mir ein paar Fragen über den Grund meines Aufenthaltes und was ich so vor habe… bei zwei Monaten Neuseeland brach er in freundliches Kichern aus… schien mir ganz so, als ob seine Urlaube ein paar Tage kürzer sind. Naja, meine normalerweise ja auch…
Dann wurde es ein wenig kompliziert. Wie immer reise ich ohne Bargeld. Also nichts wie zum Geldautomaten ein paar Yen abheben. Dachte ich zumindest. Scheinbar gibt es in dem riesigen Flughafen nur zwei Geldautomaten. Der erste war defekt. Der zweite akzeptierte nur Karten der eigenen Bank. Super. Naja, egal, bestimmt kann ich die Bahnfahrkarten in die Stadt mit Karte zahlen. So war es dann auch. Ich erwarb zwei Tickets (hin und zurück) am Automaten von Narita nach Ikebukuro mit dem Narita Express, blechte 6300 Yen, steckte die frisch erworbene Karte in den Kasten am Eingang und… ein rotes Licht. Die Schranke blieb zu. Zum Glück stand ein wiederum unglaublich hilfsbereiter, freundlicher Beamter der Bahn daneben, sah sich das Ticket an und meinte, ich hätte nur eine Platzreservierung gekauft und bräuchte noch ein einfaches Basis-Ticket. Na gut, wenn das so ist... Zum Glück begleitete er mich zum Automaten, ich blechte nochmal 1450 Yen (um den ca.-Euro-Kurs zu erhalten ziehe man einfach die beiden letzten Ziffern ab) und damit kam ich dann wenigstens zum Bahnsteig, auf dem ich jetzt sitze. Natürlich noch immer ohne Bargeld, denn einen Geldautomaten gibt’s hier auch nicht. Nächstes Mal werde ich mit Sicherheit eine Handvoll Yen dabei haben, wenn ich wieder nach Japan komme.
Und noch was fällt einem neben der Freundlichkeit sofort auf: Die Ordnung und die Sauberkeit. Hier liegt kein Fitzelchen Papier rum, rauchen tut niemand, keiner ist laut. Bisher sehr angenehm. Zum Wetter kann ich noch nichts sagen, war ja bisher nur drin.
Der Zug fuhr natürlich ebenfalls pünktlich ab, obwohl er vor der Abfahrt noch mal schnell komplett gereinigt wurde. Das wird übrigens jeder der halbstündig abfahrenden Narita Express-Züge an der Endstation. Die Leute steigen aus, die sitze werden in Fahrtrichtung umgedreht, der Zug wird geputzt, einsteigen, losfahren. Die Fahrt vom Flughafen nach Ikebukuro dauerte etwa 90 Minuten, weit über eine Stunde davon fährt der Zug durch das riesige Tokio. Eine gigantische Stadt. Übrigens war es um 17:15 Uhr, als der Zug aus dem Flughafentunnel ausfuhr, bereits stockfinster draußen.
Gegen 19 Uhr kam der Zug im Zielbahnhof an, ich schleppte meine Taschen ins Hotel und checkte ein. Das Zimmer ist super sauber, toll ausgestattet und winzig klein. Umdrehen geht gerade noch, alles andere wird schwierig. Dann ging ich noch mal kurz raus zum Essen kaufen und natürlich Geld abheben, was mit an einem HSBC-Automaten auch problemlos gelang. Ich hatte heute weder hunger noch Lust auf ein Restaurant, und so kaufte ich nur ein bisschen Salat und ein Sandwich nebenan im Family Mart. Die Preise für Lebensmittel sind in etwa so wie bei uns. Im Zimmer angekommen aß ich dann das gekaufte Zeugs, war nicht besonders... eigentlich eher sch.... aber dann gönnte ich mir noch zwei von den tollen Elly Seidl Pralinen, die ich aus München mitgebracht habe. Danke dafür nochmals an S&S, die sind sooooo lecker die Pralinen. Jetzt läuft CNN, der einzige nicht-japanische Sender, ich wohne im 10. Stock, es ist 22:06 Uhr und draußen ist noch immer viel los. Ich freue mich schon auf morgen und darauf, das ganze hier mal bei Licht zu sehen. Der Wetterbericht für die nächste Woche ist übrigens sehr gut: 22 Grad und Sonne.
Der Zug fuhr natürlich ebenfalls pünktlich ab, obwohl er vor der Abfahrt noch mal schnell komplett gereinigt wurde. Das wird übrigens jeder der halbstündig abfahrenden Narita Express-Züge an der Endstation. Die Leute steigen aus, die sitze werden in Fahrtrichtung umgedreht, der Zug wird geputzt, einsteigen, losfahren. Die Fahrt vom Flughafen nach Ikebukuro dauerte etwa 90 Minuten, weit über eine Stunde davon fährt der Zug durch das riesige Tokio. Eine gigantische Stadt. Übrigens war es um 17:15 Uhr, als der Zug aus dem Flughafentunnel ausfuhr, bereits stockfinster draußen.
Gegen 19 Uhr kam der Zug im Zielbahnhof an, ich schleppte meine Taschen ins Hotel und checkte ein. Das Zimmer ist super sauber, toll ausgestattet und winzig klein. Umdrehen geht gerade noch, alles andere wird schwierig. Dann ging ich noch mal kurz raus zum Essen kaufen und natürlich Geld abheben, was mit an einem HSBC-Automaten auch problemlos gelang. Ich hatte heute weder hunger noch Lust auf ein Restaurant, und so kaufte ich nur ein bisschen Salat und ein Sandwich nebenan im Family Mart. Die Preise für Lebensmittel sind in etwa so wie bei uns. Im Zimmer angekommen aß ich dann das gekaufte Zeugs, war nicht besonders... eigentlich eher sch.... aber dann gönnte ich mir noch zwei von den tollen Elly Seidl Pralinen, die ich aus München mitgebracht habe. Danke dafür nochmals an S&S, die sind sooooo lecker die Pralinen. Jetzt läuft CNN, der einzige nicht-japanische Sender, ich wohne im 10. Stock, es ist 22:06 Uhr und draußen ist noch immer viel los. Ich freue mich schon auf morgen und darauf, das ganze hier mal bei Licht zu sehen. Der Wetterbericht für die nächste Woche ist übrigens sehr gut: 22 Grad und Sonne.
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